WIE WÄHLE ICH DAS RICHTIGE BAHNRAD?
Das Bahnradfahren unterscheidet sich in erster Linie darin von anderen Disziplinen, dass die Wettkämpfe ausschließlich auf speziellen Rennradbahnen (sogenannten Velodromen) ausgetragen werden. In Deutschland gibt es um die 60 Rennradbahnen, manche sind überdacht.
Bahnradfahren hat eine lange Geschichte. Bahnradfahren war bereits bei den Olympischen Spielen von Athen 1896 und bei den Weltmeisterschaft in Köln 1895 vertreten.
Die Rennstrecken sind aus Zement, Asphalt oder Holz gebaut und die Gesamtlänge variiert je nach Velodrom. (200 m, 250 m, 333 m). Die Strecke ähnelt einem Ring mit zwei parallelen Geraden und zwei Steilkurven an den beiden Enden..
Auf diesen Strecken sind Höchstgeschwindigkeiten bis zu 75 km/h möglich.
DAS BAHNRAD – EIN BESONDERES RAD
Beim Bahnradfahren nimmt man kein Rennrad, sondern ein spezielles Bahnrad.
Es muss leicht und steiff sein, in der Regel aus Carbon, und hat einige Besonderheiten:
- Es hat weder einen Freilauf noch eine Gangschaltung, sondern ein einzelnes, fixes Kettenrad, wodurch der Fahrer ständig weitertreten muss. Das verhindert plötzliches Abbremsen und Stürze, die daraus resultieren könnten.
- Es hat keine Bremsen.
- Das Mindestgewicht eines Bahnrads ist von der UCI (Internationaler Radsportverband) auf 6,8 kg festgelegt.
Es ist wichtig, dass der Rahmen eine hohe Steifigkeit hat, damit er Erschütterungen beim Beschleunigen abfängt. Deshalb sind Bahnräder oft aus einem einzigen Teil ohne Schweißnähte gebaut, wodurch die Räder eine höhere Steifigkeit und Stabilität besitzen.
Als Räder können Speichen-, Stangen- oder Lentikularräder (Vollräder mit besserer Aerodynamik genutzt werden.
BAHNRADFAHREN : VERSCHIEDENE DISZIPLINEN
Der Sprint
Die Paarungen ergeben sich aus den Zeiten in der Qualifikation. 2 oder 3 Fahrer treten dann über 750 Meter (2-3 Runden) gegeneinander an. Die Sieger qualifizieren sich für die nächste Runde. Ab dem Viertelfinale messen sich die Sieger in 2 Durchläufen. Bei diesem beliebten Format wird viel taktiert und sich beobachtet, bevor einer angreift.
Der Teamsprint
Bei den Männern treten 3 Mannschaften in 3 Runden gegeneinander an. Der erste Fahrer fährt die erste Runde, macht dann Platz für den Zweiten, der die zweite Runden fährt, der dann wiederum Platz für den Dritten macht. Wenn dieser die letzte Runden beendet hat, wird die Stoppuhr angehalten. Bei den Frauen ist das Prinzip dasselbe, nur dass die Gruppen aus 2 Fahrern bestehen und nur 2 Runden gefahren werden.
1000-m-Zeitfahren / 500-m-Zeitfahren
Zeitfahren über 1000 Meter bei den Männern und 500 Meter bei den Damen.
Das Keirin
Dieses Rennen über 200 Meter gilt als das härteste und körperlichste. Das Tempo der 6 bis 8 Fahrer wird von einem Schrittmacher auf einer motorisierten Maschine vorgegeben, der auf den ersten 1400 Metern nach und nach beschleunigt (von 35 km/h auf 45 km/h). Ab den letzten 600 Metern gibt er dann das Rennen frei, dass dann wie eine Sprint ausgetragen wird.
Einerverfolgung
Über 3000 m bei den Frauen und 4000 m bei den Männern. Das Prinzip: Beide Fahrer starten auf gegenüberliegenden Seiten der Strecke auf der Mitte der Geraden. Das Ziel ist, den anderen einzuholen. Wenn dies einem der beiden vor dem Ziel gelingt, hat der Eingeholte verloren. Falls keiner den anderen einholt, hat der gewonnen, der die bessere Zeit hat. Dieser tritt dann in der in der darauffolgenden Runde gegen den Nächsten an, und immer so weiter bis zum Finale.
Mannschaftsverfolgung
Dieser Wettbewerb ist den Männern vorenthalten. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Einerverfolgung. Die Mannschaften bestehen aus 4 Fahrern über einen Strecke von 4000 Metern. Dabei wechseln sich die Fahrer jede Runde bzw. jede halbe Runde ab.
Punktefahren
20 bis 30 Fahrer legen eine Strecke von maximal 30 km zurück. Alle 2 Kilometer gewinnen die 4 Ersten Punkte. Jeder Zwischensprint, jede gewonnene Runde und der Schlusssprint werden also mit Punkten belohnt. Am Ende ergibt sich einen Rangliste nach der Anzahl der gewonnenen Punkte.
Zweier-Mannschaftsfahren, auch Américaine/Madison genannt
Mannschaften aus 2 Männern, die auf einer Strecke von 50 km antreten und sich gegenseitig abwechseln. Sie versuchen, Runden für sich zu entscheiden. Alle 5 km werden den ersten 4 Mannschaften Punkte zugeteilt. Das Endclassement ergib sich in erste Linie aus den gewonnen Runden und danach aus den gewonnenen Punkten.
Scratch
Strecke über 10 km bei den Frauen und 15 km bei den Männern. Die Fahrer starten gleichzeitig und die Rangliste ergibt sich direkt aus den Zieleinfahrten.
Omnium
Einzelrennen aus mehreren Runden mit verschiedenen Teildisziplinen.
Steherrennen
Strecke über 50 km oder einer Stunde hinter einem Motorrad.
Sechstagerennen
Rennen über 6 Tage mit eingebauten Pausen, 2-er Teams bestreiten verschiedenen Disziplinen. Man braucht viel Ausdauer für diesen Wettbewerb, da die beiden Teammitglieder nicht ersetzt werden dürfen und 6 Tage durchfahren.
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