Test der Giro Imperial II AS: Das Flaggschiff von Komfort und Leistung in geschmiedetem Carbon
17 juillet 2026
Die Wahl eines Rennradschuhs ist ein entscheidender Schritt im Leben jedes Radfahrers, egal ob du passionierter Wettkämpfer oder Langstrecken-Cyclosportler bist. Hauptkontaktpunkt und direkter Überträger der Kraft auf die Pedale muss der Schuh oft widersprüchliche Anforderungen vereinen. Einerseits ist absolute Steifigkeit wichtig, um beim Antritt keinen Watt zu verlieren; andererseits ist höchster Komfort unerlässlich, um lange Stunden im Sattel ohne Taubheitsgefühle oder Fußschmerzen zu ertragen.
Giro, eine ikonische Marke, die einen großen Teil des Profipelotons ausstattet, erneuert ihr Elite-Sortiment mit dem Imperial II AS, einem Modell, das verspricht, die Standards der Premium-Kategorie neu zu definieren. Um zu prüfen, ob die technologischen Versprechen der amerikanischen Marke sich in einem echten Vorteil auf der Straße niederschlagen, hat unser Tester Paul dieses Paar über viele Wochen hinweg genau unter die Lupe genommen. Von welligen Trainingsrouten bis zu langen Ausfahrten bei wechselhaftem Wetter liefert er hier seine detaillierte und kompromisslose Analyse dieses außergewöhnlichen Modells.

Technische Daten des Giro Imperial II AS
Bevor du dich in mein Fahrgefühl stürzt, hier die rohen Merkmale dieses Paares, die sofort die Richtung vorgeben.
| Merkmal | Technische Details |
|---|---|
| Typ | Straße |
| Verschlusssystem | Doppelter Boa |
| Sohle | Carbon |
| Cleat-Kompatibilität | SPD / Look Keo / Time |
| Gewicht (Größe 42) | 217 g |
Positionierung und technologische Versprechen
Mit diesem Imperial II AS befinden wir uns eindeutig im High-End-Bereich, einem Schuh, der für reale Profi-Bedingungen entwickelt wurde, die auf den Kunden anwendbar sind. Weit davon entfernt, ein radikales Modell zu sein, das nur an Renntagen getragen wird, bei denen der Komfort zweitrangig ist, ist es der Premium-Schuh, der täglich getragen werden kann. Das ist für mich ein wesentlicher Punkt, da mein Zeitplan auf dem Fahrrad zwischen Wettkampf und Training aufgeteilt ist.
Um seinen Status und seinen Preis zu rechtfertigen, hat Giro nicht an Forschung und Entwicklung gespart. Schon beim Lesen des Produktblatts fällt die geschmiedete Carbonplatte für mehr Steifigkeit auf, der einteilige Schaft, das Einstellsystem für das Fußgewölbe. Das sind auf dem Papier schöne Versprechen, aber man musste sehen, wie sie sich wirklich anfühlen, wenn man sie anzieht und in die Pedale einklinkt.
Auspacken: Eleganz in Reinform
Man muss es zugeben, das Kauferlebnis eines Premium-Produkts beinhaltet auch die Entdeckung in der Schachtel. Beim Öffnen ist der visuelle Schock deutlich: Das sind wunderschöne Rennradschuhe mit makelloser Verarbeitung. Man merkt, dass die Montage sorgfältig war, ohne überschüssigen Leim oder unsaubere Nähte. Die Detailverliebtheit erstreckt sich bis zum Zubehör, denn sie werden mit einer Transporttasche sowie 2 zusätzlichen Einlagen für die Einstellung der Innensohle geliefert. So kann die Unterstützung des Fußgewölbes je nach Fußmorphologie individuell angepasst werden.
Was die Ästhetik betrifft, hat es Giro immer verstanden, Schlichtheit und Klasse zu verbinden. Ich finde, es sind fantastische Schuhe. Ich habe für dich das Modell in Schwarz mit eleganten goldenen Details getestet. Es ist eine Farbkombination, die zu fast allen Outfits passt und einen kleinen Hauch von Luxus verleiht, der sehr geschätzt wird. Für diejenigen, die hellere oder neutralere Töne bevorzugen, gibt es ihn auch in Weiß und Silber.
Das trockene Anprobieren ist immer ein Moment der Wahrheit. Einige steife Schuhe fühlen sich schon in den ersten Sekunden wie Folterzangen an. Hier ist die Passform sehr einladend, man fühlt sich sofort wohl. Wenn man den Fuß in alle Richtungen bewegt, spürte ich keinen störenden Druckpunkt. Die Öffnung des Schafts ist ebenfalls gut durchdacht, was das An- und Ausziehen sehr erleichtert.
Komfort und Anpassung: die Bewährungsprobe der Sattelstunden
Natürlich zeigt sich die wahre Natur eines Fahrradschuhs erst auf dem Asphalt nach mehreren Stunden des Pedalierens. In Bezug auf diese dynamische Seite gebe ich die perfekte Note (5/5). Ich hatte keine Blasen, der Schuh war den ganzen Ausfahrten über bequem, ohne eine persönliche Einlegesohle hinzuzufügen. Der Fuß liegt natürlich, und das Fehlen von Reibungspunkten verhindert das bekannte Syndrom des "brennenden Fußes", das Radfahrer gut kennen.
Der Halt ist ein weiteres fundamentales Kriterium. Ein Fuß, der rutscht, bedeutet verlorene Energie und unvermeidliche Verletzungen. Giro setzt hier auf ein Doppel-Boa-Verschlusssystem, das eine perfekt angepasste Einstellung ermöglicht. In der Szene weiß man, dass Boa sich beim Verschluss von Fahrradschuhen bewährt hat. Die Spannung verteilt sich gleichmäßig über den gesamten Spann. Allerdings kann es bei der Anstrengung und der natürlichen Fußausdehnung bei längeren Ausfahrten nötig sein, nachzuziehen. Aber das Umschließen bleibt außergewöhnlich, denn die einteilige Schaftkonstruktion sorgt dafür, dass man den Schuh gut umfasst. Man wird wirklich eins mit dem Material.
Was die thermische Regulierung betrifft, ist dieses Modell die allwettertaugliche Version des Imperial II, die für eine Temperaturspanne zwischen 5 und 20 Grad ausgelegt ist, also weniger belüftet und atmungsaktiv. Ich hatte daher eine kleine Befürchtung, sie bei Sonnenschein zu benutzen. Allerdings getestet bei einer 5-stündigen Ausfahrt bei 20-25 Grad war ich von der Hitze nicht gestört. Das ist eine ausgezeichnete Nachricht, zumal dieser geschlossenere Schaft im Frühjahr und Herbst einen großen Vorteil bietet: Er schützt gut vor Wind und ermöglicht es, bis spät in die Saison ohne Überschuhe zu fahren.
Steifigkeit und Kraftübertragung: die Magie des geschmiedeten Carbons
Wenn Komfort langes Fahren erlaubt, sorgt Steifigkeit für schnelles Fahren. Und in diesem Bereich gibt es erneut die Höchstnote. Die wichtigste Innovation des Schuhs ist die Sohle aus geschmiedetem Carbon, eine Technologie, die aus dem Motorsport stammt. Anstatt lange Carbonfasern klassisch zu schichten, verwendet diese Technik kurze Fasern, die unter hohem Druck mit Harz vermischt werden. Das Ergebnis? Sie bietet maximale Steifigkeit, erlaubt aber dank der Dicke und Form mehr Komfort im Vergleich zu einer klassischen Carbonsohle.
Auf der Straße ist das beeindruckend. Bei Steigungen im Wiegetritt oder Sprints bietet die Sohle eine sehr gute Kraftübertragung, ohne dass man das Gefühl hat, ein Brett unter dem Fuß zu haben, wie es bei sehr starren Sohlen manchmal der Fall sein kann. Man spürt eine leichte Dämpfung, die die Gelenke schützt, ohne Energie zu verlieren.
Um den Test zu optimieren, wurden sie mit Time XPRO 12 Pedalen verwendet. Die Kombination ist präzise: Ich hatte eine hervorragende Leistungsübertragung, es fühlte sich wirklich so an, als ginge die gesamte Kraft in das Rad. Das ist ein Punkt, den du bei deinem Budget nicht vernachlässigen solltest: Ein solcher Paar Schuhe sollte auch mit einem hochwertigen Pedal genutzt werden, um den vollen Nutzen zu haben. Es wäre schade, ein solches Potenzial mit günstigen Cleats oder Pedalen zu bremsen.

Verhalten im Gelände: lange und kräftig fahren
Je mehr du damit fährst, desto mehr verfeinert sich der Charakter dieses Schuhs. Was hauptsächlich auffällt, ist, dass du Kilometer ohne Unbehagen absolvieren kannst. Das ist ein großer Vorteil für Ausdauerwettkämpfe oder lange Sommercrossrennen. Sicherlich opfert die Schmiedekohlenstoff-Technologie ein kleines bisschen Effizienz für einen deutlich besseren Komfort als ein reiner Rennschuh, insbesondere durch die bessere Vibrationsdämpfung. Aber bei Anstrengungen von mehr als drei Stunden verwandelt sich dieser kleine Kompromiss in einen Vorteil, denn ein Radfahrer ohne Fußschmerzen wird immer stärker sein als ein Radfahrer, der in einem ultrasteifen Schuh von Schmerzen geplagt ist.
Haltbarkeit und Pflege: bereit für die Jahreszeiten
Eine Investition dieser Art sollte auf mehrere Jahre ausgelegt sein. Was die Verschleißfestigkeit betrifft, ist der Test nicht lang genug, um eine endgültige Aussage zu treffen. Dennoch wirkt er recht robust. Die Materialien strahlen Qualität aus und die Verstärkungen an strategischen Stellen geben Sicherheit.
Die Pflege ist oft der Schwachpunkt bei hellen oder sehr luftigen Schuhen. Hier lässt sich das Material leicht reinigen, zudem ist Schwarz weniger schmutzanfällig. Ein einfacher feuchter Schwamm nach der Ausfahrt reicht aus, um ihnen ihren Glanz zurückzugeben.
Schließlich ist wechselhaftes Wetter kein großes Problem. Beim Fahren bei grauem Himmel habe ich festgestellt, dass sie Spritzwasser und sogar einen herbstlichen Nieselregen gut aushalten. Genau das ist der Sinn dieser "All Season"-Version. Trotzdem muss man realistisch bleiben, was ihre Fähigkeiten betrifft: Sie sind nicht wasserdicht, keine Winterschuhe. Wenn eine Sintflut angekündigt wird, bleiben wasserdichte Überschuhe obligatorisch.
Das abschließende Urteil
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Einer der besten Schuhe auf dem Markt, von Profis wegen seines Komforts und seiner Leistung angenommen. | Kann bei über 25 °C zu warm werden (in heißen Regionen zu beachten). |
| Sehr breites Einsatzspektrum: das ganze Jahr über nutzbar, je nach Region sogar das ganze Jahr. | Seine sehr hochwertige Positionierung bringt einen hohen Preis mit sich, der ein echtes Budget erfordert. |
Empfohlenes Profil: Ich empfehle dieses Paar wärmstens für einen Radfahrer vom Wettkämpfer bis zum erfahrenen Fahrer. Wenn du einen meisterhaften Kompromiss zwischen optimaler Kraftübertragung und Komfort suchst, der es dir erlaubt, am Wochenende viele Kilometer zu fahren, ist der Giro Imperial II AS ein erstklassiger Kandidat.
